F. Kafka = G. Samsa?

Franz Kafka starb mit nur 41 Jahren und sein Leben war gezeichnet von unschönen Erfahrungen.
Er wurde in Prag geboren (im Jahr 1883) und hatte  fünf Geschwister, drei Schwestern und zwei Brüder, aber die zwei Brüder starben früh. Kafka machte zwar das Abitur, aber schon mit 20 vebrachte er einige Zeit in einem Sanatorium (eine Klinik). Er studierte Jura und schloss sein Studium sogar als „Doktor der Rechte“ ab. Ab 1907 arbeitet er in einem Versicherugskonzern . Im August 1912, da ist er 29, lernt er eine Frau aus Berlin kennen, sie schreiben sich Briefe und in diesem Jahr beginnt auch Kafka zu schreiben.. Es entsteht seine erste Erzählungen „Das Urteil“. Im Oktober hat Kafka allerdings Suizidgedanken und im November verfasst er dann „Die Verwandlung“.
Mit Anfang 30 schreibt Kafka einen Brief an seinen Vater, hier einige Zitate daraus:
– „Du hast dein Leben lang schwer gearbeitet, alles für deine Kinder, vor allem für mich geopfert…“

– „Von allen Seiten her kam ich in deine Schuld.“
– „Seit jeher machtest du mir zum Vorwurf, […]  daß ich dank deiner Arbeit ohne alle Entbehrungen in Ruhe, Wärme und Fülle lebte.“
—-> passt zu „Die Verwandlung“: Auch Gregor Samsa glaubt, dass er seiner Familie etwas schuldet, und er arbeitet wie verrrückt, um diese Schulden  bei seinem Chef abzustottern. Für die Schulden sind aber seine Familie/sein Vater verantwortlich, und nicht er selbst. Auch Kafka schuldet seinem Vater nichts! Er fühlt sich aber so, als würde er ihm etwas schulden.
– „…man hätte annehmen können, dass du mich einfach niederstampfen wirst, daß nichts von mir übrig bleibt.“
– „dieses mich oft beherrschende Gefühl der Nichtigkeit.“
– „[…] Furcht, die ich vor dir habe.“
– „Jedenfalls waren wir so verschieden. […] Ich, mager, schwach, schmal, Du stark, groß, breit.“
– „Du dagegen ein wirklicher Kafka an Stärke, Gesundheit, Appetit, Stimmkraft […].“
– Du sagtes „Kein Wort der Widerrede! […] ich verstummte gänzlich, verkroch mich vor dir.“
—> Auch Gregor Samsa hat Angst vor dem übermächtigen Vater. Der Vater, der ihn mit seinem Stock zurück ins Zimmer drängt, und der nach Gregors Verwandlung plötzlich ganz stark und gesund wirkt, sogar in Uniform herumläuft. Vorher war er immer krank gewesen und hatte morgens stundenlang gefrühstückt.

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